Die Botschaften der Pferde

Hier können Sie jene Nachrichten von Pferden lesen, mit denen ich gesprochen habe.
Natürlich mit dem ausdrücklichen Einverständnis der jeweiligen Besitzer.

Leider waren nicht alle dazu bereit, die Botschaften ihrer Pferde öffentlich zu machen; aber vielen Dank an die, die anderen Pferdebesitzern die Möglichkeit geben, sich darüber ein Bild zu machen, wie solch eine Nachricht aussehen könnte.



"Noel" und Susanne                                                                                       

Susanne kenne ich schon seit letztem Jahr. Das Pferd Petro gehört auch ihr und Ende letzten Jahres haben sie wieder Zuwachs bekommen.
Nun wollte sie wissen, ob es Noel gut geht und er sich wohl fühlt...

Lest selbst:


Hallo alle zusammen,

mein Name ist Noel.

Ich habe erfahren, dass heute jemand mit mir sprechen wird!

Ich war ganz angetan, denn ich wusste gar nicht was da auf mich zukommt. Meine beiden Jungs haben mir erzählt, dass es eigentlich ganz nett ist mit den Menschen so zu sprechen.

Ich kann euch gar nicht sagen wie froh ich bin.

Ich freue mich so, dass ich hier diesen Platz bekommen habe. Dass ich zu einer ganz liebevollen Familie und 2 ganz lieben Pferdefreunden gekommen bin.

Es war alles nicht ganz einfach und auch nicht von Anfang an klar wo ich ein neues Zuhause bekommen würde. Denn der Stall in dem ich war, der wurde aufgelöst. So mussten wir sehen, dass jedes Pferd einen guten neuen Platz bekommt. Denn man weiß immer nie, wo man da landet!

Ich bin nun neun Jahre alt. Die letzten Jahre, die waren eigentlich sehr angenehm. Ich wurde immer gut behandelt und hatte genügend zu fressen. Allerdings fehlten mir die Ansprechpartner, denen ich mich anvertrauen konnte. Ich kam mir immer etwas verloren vor.

Aber jetzt ist es ganz anders. Jetzt darf ich in einem wunderschönen Stall mein Leben verbringen. Ich kann mein Glück immer noch nicht fassen, es ist so wunderbar. Es tut meiner Seele so gut.

Ihr wolltet wissen, ob ich Wünsche habe, oder ob mir irgendwas nicht gefällt.

Was ich mir Wünsche ist, dass man mein Heu in der linken hinteren Ecke der Box aufschüttelt.

Das wäre mein Wunsch.

Ich habe gesehen, dass Doc ein anderes Futter bekommt. Vielleicht könnte ich davon auch mal probieren? Aber nur, wenn es gut für mich ist.

Gesundheitlich geht es mir gut, bis auf eine kleine Einschränkung in meinem linken Auge. Ich kann nicht bis ganz nach hinten sehen. Das ist in sofern kein Problem, da ich großes Vertrauen habe in euch habe.

Aber ich möchte es euch trotzdem wissen lassen.

Ansonsten gibt es nicht viel mehr zu berichten.

Ich fühle mich wirklich sehr wohl bei euch und freue mich, dass ich diesen Platz bekommen konnte.

Ich freue mich, dass ich wieder dazulernen darf und vielleicht auch anderen etwas beibringen kann.

Nun wünsche ich euch alles Gute.

Es hat mir Freude bereitet mit euch zu sprechen.

In Liebe,

euer Noel



" Zeus " und Marie-Luisa                                                                 

Marie-Luisa hatte mich angeschrieben und mich um Hilfe gebeten. Sie wusste einfach nicht mehr, was sie noch mit ihrem Zeus machen soll. Das Pferd hat leider keine schöne Vergangenheit, musste oft seinen Platz wechseln. Nun ist er in sehr guten Händen, jedoch bedarf es einiger Arbeit, ihm aus seinem seelischen "Schlammassel" wieder heraus zu holen.

Liebste Marie,

heute kann ich endlich zu dir sprechen.

Ich habe einiges auf dem Herzen und möchte dich an meinem Leben teilhaben lassen.

Bisher hat mich keiner wirklich verstanden, alle sind den Problemen, die sie meist selbst verursacht haben, immer nur ausgewichen. Durch das Ausweichen wurde alles nur noch schlimmer.

Ich hatte Tage und Wochen in denen ich lieber unter dem Erdboden begraben gelegen hätte, als auf dieser Erde zu sein und den Menschen zu dienen.

Vorweg möchte ich dir sagen, dass ich bei dir einen sehr guten Platz habe und mich eigentlich auch immer sehr wohl fühle. Aber von Zeit zu Zeit holen mich einfach alte Erinnerungen ein, denen ich einfach nicht aus kann.

Marie, ich wünsche mir so sehr, dass wir ein noch stärkeres Team werden. Dass wir noch mehr zusammen wachsen und uns vor allem blind verstehen.

Du tust dir schwer manchmal, weil du in manchen Situationen immer noch nicht weist wie du mich einschätzen sollst. Oftmals weis ich selbst nicht, was in diesen Situationen mit mir passiert.

Aber glaube mir Marie, ich möchte dir nicht weh tun oder dich verletzen.

Ab und an hab ich ein wenig Rückenschmerzen. Es gibt da 2-3 Lendenwirbel, die immer wieder aneinander reiben.

Mein Kopf ist so voll mit sämtlichen Erinnerungen, Erfahrungen, schlechten Erfahrungen, dass ich oftmals gar nicht weis, wie ich was und wo einsortieren muss. Manchmal bin ich einfach nur verwirrt und wie von einer anderen Welt.

Gib mir Zeit, Marie.

Wir haben uns bereits ein wenig kennen gelernt. Aber wir haben noch viel mehr Zeit dafür.

Es gibt Zeiten, da brauche ich Ruhe für mich, um mit mir wieder klar zu kommen und meine Gedanken wieder zu ordnen. Ich bitte dich darum, mir in solchen Phasen und Momenten auch diese Zeit zu lassen.

Versuche nicht in meiner Vergangenheit zu wühlen, das tut uns beiden nicht gut. Lass uns in die Zukunft schau nun versuchen das Beste daraus zu machen.

Ich möchte nicht wieder meinen Standort wechseln, ich möchte ein Zuhause haben. Ich verstehe mich gut mit den anderen Pferden. Und auch im Stall herrscht ein gutes Klima unter den Reitern. Es macht mir Freude dabei zuzusehen.

Du hast gefragt ob ich Schmerzen habe. Das mit den Lendenwirbeln hab ich dir bereits erzählt. Teilweise zieht sich der Schmerz bis in die Hinterfüße. Aber es ist kein Schmerz der nicht erträglich ist, glaub mir, da hab ich schon einiges Schlimmeres ertragen. Aber lass uns vielleicht medizinische Hilfe dazu holen.

Marie, ich versichere dir, es gefällt mir wirklich sehr gut bei dir. Du bemühst dich um uns, ich weis das auch sehr zu schätzen. Aber sei nicht so verkrampft, immer alles perfekt machen zu wollen. Es ist gut so wie es ist.

Es ist wichtig für dich loszulassen. In vielen Situationen in deinem Leben hältst du an etwas fest, was eigentlich zu ende ist. Sei frei von Vorurteilen und negativen Eindrücken anderen gegenüber. Das ist eine Aufgabe, an der du arbeiten musst um unser Verhältnis zu stärken.

Ich werde dir sagen, wenn mir etwas fehlt oder wenn ich etwas brauche. Sei einfach offen für meine Stimme.

Ich hab dich wirklich sehr in mein Herz geschlossen und ich wünsche mir sehr, dass wir unseren Weg weiterhin zusammen gehen können.

Mach dein Herz auf, Marie und du wirst hören was ich dir zu sagen habe.

In Liebe,

dein Zeus





" Cassandra " und Katharina                                                           

Meine Mutter hat Katharina auf einem Spaziergang getroffen. Die beiden sind ins Gespräch gekommen und dabei auf das Thema Pferde gestoßen. Meine Mutter hat ihr von meiner Arbeit erzählt. Katharina war sofort Feuer und Flamme! Kurze Zeit später meldete sie sich bei mir und bat mich darum mit Cassandra zu sprechen und einige Fragen zu beantworten.

Hier Cassandra´s Worte:

Liebe Katharina,

Ich habe deine Fragen gehört und möchte sie dir nun beantworten.

Zunächst einmal möchte ich dir sagen, dass ich froh bin heute mit euch zu sprechen und einige Dinge richtig stellen kann, nachdem irgendwie ein ziemliches Chaos herrscht.

Klar weiß ich wer du bist, was ist das für eine Frage?

Du kümmerst dich um mich und tust das mit wahrer Hingebung.

Dieter hat nicht so viel Zeit für mich. Aber die Kombination gefällt mir gut.

Nur kann ich nicht ganz verstehen, warum du mir nicht vertraust. Das Steigen ist eine Art Stressabbau, Wutausgleich; wie auch immer man es nennen mag. Aber warum sollte ich bei dir steigen, es gibt keinen Grund dafür. Wenn du mich anhörst und meine Körpersprache entgegen nimmst, dann dürfte es zwischen uns keine Komplikationen geben.

Ich kann verstehen, dass du Respekt vor meiner Größe hast. Wenn es denn so ist, dann nimm dir Hilfe von außerhalb. Vielleicht beginnst du mit einer Art Longestunde, vielleicht auch mehrere davon, um wieder ein gewisses Vertrauen zu finden – obwohl ich dir noch einmal sagen muss, dass du wirklich keine Angst vor mir haben musst.

Es wäre gut, wenn du mit Dieter darüber sprichst. So könntet ihr euch besprechen und vielleicht sogar zusammen an deiner Angst arbeiten.

Ich denke, dass er sehr offen ist, auch wenn er manchmal nicht den Anschein macht.

Ich kenne es nicht ohne Zaumzeug geritten zu werden, aber das wäre ein Experiment, für das ich gerne offen bin. Lass es uns aber erst auf die herkömmliche Art und Weise versuchen. Wenn du da sicher bist, wenn wir sicher sind, dann können wir auf eine andere Methode umsteigen. Aber momentan ist es besser für mich, da ich deine Anweisungen so besser umsetzen kann.

Nun zu meinen Augen: Sie tränen, ja. Aber nur aus dem Grund, weil ich mich manchmal nicht verstanden fühle. Es passieren so viele Dinge, die ich nicht verstehen kann. Es verändert sich so viel, das belastet mich und noch habe ich keinen anderen Ausweg gefunden, als es durch meine Augen zu transformieren.

Liebe Katharina, du kannst mir schon etwas helfen. Atme mit mir! So kann das ganze transformiert werden und ich muss es nicht behalten. Das ist momentan das Einzige, das hilft. Vergiss Augentropfen und Salben. Probier es einfach aus. So werden wir auch noch eine innigere Verbindung zueinander haben. Das möchtest du doch, oder?

Du möchtest mir eine Freundin sein. Das bist du jetzt schon. Ich habe dich sehr lieb gewonnen, manchmal fällt es dir aber nicht leicht das anzunehmen.

Manchmal hast du intuitive Eingebungen. Möchtest diese aber nicht wahr haben – warum denn nur?

Liebe Katharina, du musst versuchen dein Urvertrauen ein wenig aufzufrischen – es wieder herzustellen. Du hast irgendwie völlig die Verbindung verloren. Dann werden dir auch einige Dinge wieder leichter von der Hand gehen, du musst es nur zulassen. Du hast eine innere Sperre in dir die momentan nichts fliesen lässt. Öffne diese Sperre, sei wieder offen für alles, sei wieder offen für die äußeren Einflüsse.

Vor allem auch wieder offen für dich selbst. Wie schon gesagt, dann wird dir einiges wieder leichter von der Hand gehen.

Ich fühle mich sehr wohl hier. Ich habe eine große Box, immer frisches Wasser und gutes Futter. Allerdings ist das Stroh momentan ein wenig trocken. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass es der Rest von der letzten Ernte ist. Ich denke, es wird sich wieder bessern.

Mhhh, das Gras schmeckt noch so gut. Ich stehe auf der Wiese mit meinen Freunden und genieße die Unendlichkeit.

Ich glaube, es ist alles gesagt.

Ich wünsche dir alles gute liebe Katharina,

Vergiss nicht, ich stehe bei dir und helfe dir.

In Liebe,

Deine Cassandra



" Pepe " und Marina                                                                        

Marina ist eine Freundin meiner Schwester Anna. Vor fast zwei Wochen war ich zu Besuch bei Anna in Augsburg und sie erzählte mir von den Problemen mit Marina und ihrem Pepe. Pepe gehört nicht Marina, sondern einer anderen Frau. Marina kümmert sich mit um ihn und trägt auch einen sehr großen Teil der Verantwortung.

Pepe geht es nicht sonderlich gut, er kolikt immer wieder und auch sonst lässt sein seelischer Zustand zu wünschen übrig...

Marina wollte wissen, wie es ihm wirklich geht.

Hier Pepe´s Worte:

Meine geliebte Marina,

Oh du meine geliebte Marina,

Ich bin so froh, dass ich endlich mit dir sprechen darf.

Du kannst dir nicht vorstellen, wie es in mir aussieht.

Du willst es gar nicht wissen.

Es ist der blanke Horror.

Marina, du musst mich hier rausholen, bitte.

Ich gehe kaputt hier. Ich bin umgeben von Pferden, die eigentlich gar nicht mehr da sind, die nur noch körperlich anwesend sind.

Bitte Marina, du musst irgendeinen Weg finden, um uns hier raus zu holen.

Ich bin so froh, dass wir uns getroffen haben, dass ich bei dir sein kann.

Es ist momentan das einzige was mich noch am Leben hält.

Mein Leben ist so voller Trübsal, eigentlich ist es gar nicht mehr lebenswert.

Silke tut nach außen hin immer so schön und toll, aber das ist es in Wirklichkeit gar nicht. Sie möchte nur irgendeinem Klischee gerecht werden. Aber Pferde sind eigentlich überhaupt nicht ihr Ding. Sie tut das anderen Menschen zu Liebe, aber wir bleiben dabei völlig auf der Strecke. Ich bin einer unter vielen. Ich muss mich natürlich durch Krankheit oder sonstiges ein bisschen hervor heben.

Ich habe immer wieder extreme Magenschmerzen und deswegen immer wieder diese Kolikanfälle. Es liegt an euch, ob ihr mich untersuchen lasst. Aber es wäre sinnvoll. Das mit den Zähnen, Marina, das kannst du sein lassen. Da ist nichts. Überhaupt ist meine körperliche Konstitution momentan nicht die Beste.

Ich fühle mich so schlecht.

Marina, du bist die einzige, die mir helfen kann.

Marina, ich liebe dich so sehr.

Marina, bitte.

Das alles hier ist eine einzige Lüge. Die Leute hier verarschen sich gegenseitig. Und denken, wir kriegen nichts mit. Haha. Wir kriegen alles mit. Nur bin ich jetzt der einzige, der Zutritt zu euch hat, der mit euch sprechen kann.

Marina, ich möchte dir helfen deine Probleme in den Griff zu kriegen. Vor allem deine gesundheitlichen. Lass mich jeden Tag wissen, wie es dir geht. Ich kann dir helfen deine Krankheit zu nehmen. Du musst es nur zulassen. Ich kann sie transformieren und abgeben. Sprich mit mir, Marina. Versuch es. Du wirst die Antworten kriegen.

Meine Sprecherin meinte, dass mein Name nicht treffende wäre. Ich bin eigentlich mit diesem Namen ganz zufrieden. Es spielt auch keine Rolle, welchen Namen, da der Name eigentlich hinfällig ist, da ich von dir viel schönere Namen bekomme. Ob ich jetzt Pepe oder anders heiße, ist mir völlig egal.

Ich sehe ein Licht nach diesem dunklen Tunnel, aber es könnte noch ein weiter Weg sein. Du darfst nicht aufgeben, Marina.

Ich flehe dich an. Ich stehe bei dir und helfe dir.

Lass uns von hier weg gehen.

Ich hoffe, es ist alles gesagt. Du wolltest wissen, ob es mir gut geht und jetzt weißt du wie es mir wirklich geht.

Ich bin dir dankbar für alles, Marina.

In Liebe,

Pepe



" Petro " und Susanne                                                                   

Die beiden durfte ich im August kennenlernen. Zu diesem Zeitpunkt gehörte Petro noch einer anderen Frau. Ich habe mit ihm damals schon sprechen dürfen. Sein seelischer Zustand ließ zu wünschen übrig, da er kurze Zeit davor erst von Spanien nach Deutschland gekommen war und er sich hier nicht unbedingt wohl fühlte. Das Paar, bei dem er sein sollte, war einfach nicht das Richtige (nicht, dass sie ihn schlecht behandelt haben - im Gegenteil. Es passte einfach nicht.) und so setzte er alles daran seinen Besitzer erneut zu wechseln.

Es klappte alles und so gehört er jetzt Susanne und ihrer Familie. Ihre kleine Tochter Luisa kümmert sich vorbildlich um ihn und auch Susanne will anfangen Petro zu reiten.

Allerdings ist er immer noch ein wenig durch den Wind und Susanne wollte wissen, was mit ihm los ist. Zudem wollte sie von Petro wissen, ob er ihr etwas über ihre Tochter sagen kann, da Luisa sich momentan eigenartig verhält.

Hier Petro´s Worte:

Hallo ihr Lieben,

Hier ist Petro.

Ich freue mich, heute wieder mit euch sprechen zu können.

Die Karten sind neu gemischt.

Ich habe einen neuen Platz gefunden und bin wirklich sehr froh und dankbar darüber.

Ich habe hier einen guten Platz, ich fühle mich sehr wohl, jedoch befinde ich mich, ich würde sagen, in einem Gefühlschaos.

Es sind viele neue Emotionen, mit denen ich mich erst einmal zurechtfinden muss.

Das letzte mal, wie ihr mit mir gesprochen habt, das war mit Franziska, hab ich euch gesagt, ich brauche ein wenig Eingewöhnungszeit. Bitte lasst mir noch ein wenig diese Zeit.

Susanne warte mit dem Reiten noch ein – bis zwei Wochen. Dann werde ich sicher sein, dass ich hier endgültig angekommen bin. Oh nein, ich habe kein Problem damit, dass du mich reitest. Im Gegenteil, ich freue mich, dass ich dir neue Sachen beibringen kann.

Mit der Kandare tue ich mich wahrlich leichter. Ich würde es so beschreiben: Ich nehme an, du bist Rechtshänder, schreibst dein Leben lang mit der rechten Hand. Jetzt verlangt jemand von dir, du sollst mit links schreiben… So ist das auch mit dem Gebiss, ich bin es nicht anders gewohnt.

Geh sanft damit um, aber ich bin sicher, du wirst mir nicht weh tun. Lass dir einfach Zeit.

Ich bin sehr zufrieden, was deine Fragen anbelangt. Ihr seid gut zu mir, so werde auch ich gut zu euch sein.

Es ist alles in Ordnung, macht euch darum nicht so viel Gedanken.

Was meine Gesundheit anbelangt, so würde ich das auf die Umstellung schieben. Es ist doch ein wenig anders hier in Deutschland. Also macht euch darum nicht all zu sehr Gedanken. Ich habe keine Schmerzen, ich fühle sie nicht.

Meine Gefühlsschwankungen werden sich legen, ihr Lieben. Wie schon gesagt, lasst mir noch ein wenig Zeit, lasst mich erst zur Ruhe kommen.

Wartet noch mit der intensiven Arbeit. Ausreiten, das können wir gerne machen; aber mit allem anderen wartet noch ein wenig. Ich bitte euch darum.

Nun zu Luisa. Sie macht gerade eine schwierige Phase durch. Sie braucht klare Strukturen und  klare Anweisungen.

Luisa ist euer einziges Kind- und man möchte auch nur das beste für das einzige Kind.

Aber vielleicht ist das beste manchmal einfach zuviel.

Sie muss genau wissen, für was sie zuständig ist. Es ist wichtig für sie Verantwortung zu übernehmen. Lasst ihr diese Verantwortung. Luisa ist sehr empfindlich, was die äußeren Einflüsse anbelangt. Sie reagiert sensibel darauf.

Es sind Sachen, die müsst ihr nicht einmal wissen. Aber es passiert so viel in dieser Welt und sie muss lernen, damit umzugehen.

Seid ein wenig offener. Seid ein wenig offener zu ihr. Sie ist alt genug, um auch die Sachen zu wissen, über die sich sonst nur Erwachsene unterhalten.

Ich freue mich wirklich sehr, hier bei euch zu sein. Wir haben eine schöne Zeit zusammen und werden auch in Zukunft eine schöne Zeit haben.

Marcel und ich verstehen uns gut. Wir sind gute Kumpels geworden. Er gleicht mich aus.

Ihr Lieben, lasst ein wenig Zeit vergehen, überstürzt nicht alles. Es passiert gerade so viel, man muss keine überschnellen Entscheidungen treffen…

Alles ist gut und ich denke, es ist alles gesagt.

Ich bin bei euch,

Petro



" Ginger " und Nadine                                                                      
                                                                 

Nadine kenne ich schon eine ganze Weile. Immer wieder hatten wir gute Gespräche.

Ich wusste, dass Nadine zwei Pferde hat. Die eine, ihre erste Stute ist quasi schon im Ruhestand. Vor knapp zwei Jahren hat sie sich dann entschlossen eine zweite Stute zu kaufen: eine Traberstute namens „Ginger“.

Ein Freizeitpferd, mit dem man eine schöne Zeit verbringt. Dachte sie…

Es stellte sich nach kurzer Zeit heraus, dass Ginger Probleme in der Hinterhand hat und damit Schwierigkeiten Muskulatur aufzubauen.

Ständige Versuche, dass Ganze mit Tierarzt und Physiotherapie wieder in die Bahnen zu lenken, scheiterten. Das zehrte natürlich auch an Nadine´s Nerven und vor allem auch an ihrem Geldbeutel.

An einem Mittwoch im Juli bekam ich einen Anruf von ihr, dass Ginger in die Klinik müsse, um eine Szintigraphie machen zu lassen. Ginger hatte Probleme in den Hänger zu gehen, bzw. dort auch drin zu bleiben. Ich sollte Nadine helfen.

Ich fuhr hin und wurde in die Krankheitsgeschichte ihrer Stute eingeweiht. 

Die Diagnose kam am Freitag und mit ihr Verzweiflung und Tränen. Es hieß, dass Ginger nicht mehr geritten werden kann. Und das in einem Alter von sieben Jahren…

Das Ganze hat mir keine Ruhe gelassen und Ginger auch nicht! Die Stute hat mich gebeten ihre Botschaft an Nadine aufzuschreiben und zu übermitteln.

Das habe ich getan.

Eine Woche später habe ich Nadine die Botschaft gebracht. Ich war sehr erstaunt über ihre Reaktion; sie war sehr gefasst. Sie konnte das Überbrachte sehr schnell verstehen und umsetzen.

Nadine wird nicht aufhören Ginger zu reiten. Eine gute Entscheidung, bei der sie allerdings immer die Meinung von Ginger mit einbeziehen muss.

Ginger hat keine Schmerzen. Das wurde auch von den Tierärzten bestätigt. Nadine muss also in dem ständigen Kontakt mit Ginger bleiben und versuchen heraus zu finden, wo die Belastungsgrenzen der Stute liegen. Eine Herausforderung, der sich die beiden stellen werden.

Hier Ginger´s Botschaft…


Ich bin Ginger.

Ihr kapiert wohl nicht, worum es geht. Ihr versteht nicht, dass es euer eigenes ist.

Mein Herz blutet. Ich werde von einem zu anderen geschoben, wegen dieser bescheuerten Beine.

Ich kann nicht verstehen, warum ihr nicht endlich aufhört nach irgendwas zu suchen, nur um eine Diagnose zu bekommen. Ihr seid die Diagnose.

Nadine, ich tue das nur für dich. Auch du musst etwas verändern.

Glaubst du denn wirklich, dass du mich nicht mehr reiten kannst. Gut, dann glaube es, wenn es alle sagen. Aber hast du denn mich mal gefragt?

Alle kümmern sich immer nur um die Probleme der anderen. Aber was ist mit mir, ich stehe immer hinten an.

Es ist immer wichtiger, was mit den anderen ist. Wie schlecht, oder gut es den anderen geht.

Es reicht.

Ich hab die Schnauze voll. Wenn ihr das nicht endlich begreift, werde ich gehen. Dann wirst du sehen, wie schlimm diese Krankheit werden kann und dann wirst du es auch nicht mehr mit ansehen können.

Nadine, schau endlich hin. Schau endlich auf deine Probleme, auf deine Sorgen, auf deine Bedürfnisse.

Ich bitte auch dich darum, halte den Kontakt zu mir. Sprich mit mir.

Du hast eine innere Traurigkeit. Aber du versteckst sie immer. Ich weiß nicht wie das weiter gehen soll.

Irgendwann fällst du in dir zusammen.

Nadine, gib nicht auf. Du hast schon einmal versucht einen anderen Weg zu gehen.

Doch du wurdest daran gehindert. Du wurdest daran gehindert deiner inneren Stimme zu folgen. Jetzt ist wieder einmal der Zeitpunkt diesen Weg zu gehen.

Nadine, ich bitte dich. Ich flehe dich an. Nimm deine Beine in die Hand und geh.

Du wirst dieses Mal nicht mehr auskommen. Ich helfe dir wo ich kann, Nadine.

Aber an diesem Punkt kann ich dir nicht mehr helfen. Wie auch du mir nicht mehr helfen kannst. Wir müssen uns gegenseitig helfen. Du musst anfangen zu gehen.

Ich kann dir nur folgen, ich kann nicht den ersten Schritt machen.

Nadine, ich flehe dich an.

Hör auf die Meinungen der anderen zu teilen. Du hast eine eigene Meinung.

Finde deine eigene Meinung. Dann kannst du auch wieder zu mir stehen.

Alle fragen dich. Warum hast du ein krankes Pferd gekauft?

Das hast du jetzt davon. Ja Nadine, das hast du jetzt davon. Aber ich bin hier um dir zu helfen. Gemeinsam sind wir stark.

Nadine, ich helfe dir. Glaub an dich, glaub an uns.

Und glaub vor allem an die Liebe.

Ginger.


 

" Gitano " und Juana                                                                             

Juana habe ich bei meinem zweiten Besuch in Koblenz bei Mensch-Pferd-Hund kennengelernt.
Auch sie ist Pferdebesitzerin und wollte einige Fragen von Gitano beantwortet haben. Nachdem die Geschichte ein wenig kompliziert ist, möchte ich nicht näher darauf eingehen. Sie wollte wissen, wie es um ihn steht und ob ein Umzug zu ihrem neuen Arbeitsplatz für ihn in Frage kommt.              

Also habe ich mich mit Gitano in Verbindung gesetzt, um Antworten auf Juana´s Fragen zu bekommen...

Hier seine Worte:

Ich bin Gitano,

Liebe Juana,

heute bin ich bereit dir ein paar Fragen zu beantworten.

Du wolltest wissen, ob es mir gut geht.

Ja, liebe Juana, es geht mir gut. Wenn du in meiner Nähe bist, geht’s mir noch viel besser. Was momentan leider nicht so oft der Fall ist.

Aber um diese Frage gleich vorweg zu nehmen, ich gehe über all mit dir hin. Ich möchte bei dir sein, in deiner Nähe sein. Egal ob das in der Eifel oder sonst wo ist.

Lass dich nicht auf die Diskussionen ein, die sicherlich auf dich zukommen werden, was unsern Umzug, meinen Umzug betrifft.

Sie werden versuchen dir Steine in den Weg zu legen, aber das schaffen sie nicht. Lass dich davon nicht beunruhigen, geh einfach deinen Weg.

Allerdings gibt es für dich auch noch einige Fragen zu beantworten.

Die Fragen, die du dir jeden Tag stellst. Wie wird’s wohl weiter gehen, was ist mit meiner Beziehung, all diese Dinge.

Aber du musst jetzt das tun, was dein Herz dir sagt.

Lass dich nicht halten von irgendwelchen Argumenten. Fühl einfach in dich und fühle was gut für dich ist. Geh dahin, wo du dich wohl fühlst.

Wo du deine Arbeit tun kannst, die dir Spaß macht.

Liebe Juana,

ich bin immer bei dir, egal wie weit du weg bist.

Ja, es freut mich zu hören, dass du froh und dankbar bist mich zu kennen. Ich bin das auch.

Es geht mir gut hier. Eigentlich gibt es auch nichts, was man verändern müsste. Oder was ich mir wünsche zu verändern. Den einzigen Wunsch den ich habe, ist bei dir zu sein.

Ich möchte bei dir sein, jeden Tag.

Lass all deine Zweifel hinter dir.

Ich sags dir noch mal, Juana. Geh endlich deinen Weg. Die anderen werden dir folgen.

Du bist gut in dem was du tust. Du gehst voll auf darin. Ich merke das jedes mal, wenn ich dich sehe.

Ich werde mich jetzt wieder verabschieden. Ich denke, all deine Fragen sind beantwortet. Und viel mehr gibt es nicht zu sagen.

An mir soll es nicht scheitern…

Ich stehe bei dir, Juana.

Gitano.